2012/10/02

Geduld & Spucke

Hallo, ihr Lieben....

diese Woche hat damit begonnen, dass ich etwas lernen durfte:
Gestern hatte ich das erste Mal Pintura! Zunächst saß ich in einem ziemlich alten, ranzigen Gebäude als einzige Person vor dem Raum mit der Nummer 1... Da ich sehr früh losgegangen war um den Raum zu suchen, machte ich mir zunächst keine Sorgen, fand es dann aber seltsam das ständig Leute mit riesigen Holzrahmen in der Hand an mir vorbei zu anderen Räumen gingen... Natürlich saß ich vor dem falschen Raum... ich musste also in noch ein anderes Gebäude, das ebenso alt und verlebt aussah wie das erste und von innen schrecklich nach Farbe und Lack und allenmöglichen Chemikalien roch. Ich bin noch so eben als Letzte in den Raum gehuscht... ein riesengroßes Atelier mit mindestens hundert Staffeleien und Geschriebenem an den Wänden und Podesten mit irgendwelchen Tüchern und Dingen, die vielleicht Kunst sein sollen, aber nicht besonders toll aussehen... Irgendwo in der Mitte des Raumes saßen schon so ungefähr 30 Studenten und Studentinnen AUF DEM BODEN... hat mich natürlich sehr erfreut, diese Aussicht, die nächsten 4,5 Stunden auf dem Boden sitzend zu verbringen ;)




Der Dozent, ein älterer Mann, der aussieht wie ein lieber Opi, hat sich dann auf den Rand eines der Podeste gesetzt und von da aus seinen Unterricht gemacht... Es ging um Farbenlehre, Farbtheorien und so einen Kram und er hatte lauter kleine Täfelchen dabei, mit denen er uns seine Ausführungen visuell demonstriert hat... wer bitte, braucht den schon PowerPoint-Präsentationen?? Abgesehen davon, dass der Boden echt hart und kalt war, hat es mir ganz gut gefallen, weil ich viel verstanden habe (mag daran liegen, dass ich alles schon wusste :D) und weil es irgendwie witzig ist auf dem Boden zu sitzen wie ein kleines Kind, das seinem Papi beim Geschichten erzählen zuhört!
Nach dem ganzen theoretisch Zeug über Farbe, haben wir dann noch gezeigt bekommen, wie man aus einem Holzrahmen, einem Stück Leinen, Látex und Zinkpulver und Wasser und noch irgendwas anderem wovon ich den Namen nicht weiß, seine eigene Leinwand bastelt... ich darf also nicht einfach in irgendeinen Kreativhandel gehen und mir eine Leinwand kaufen... nein, wir machen das selber!!
Ich bin schon sehr gespannt, was mich in diesem Kurs noch so erwarten wird, aber ich glaube, ich finde es gut, mal was anderes zu machen, was neues kennenzulernen...

Heute hab ich nochwas gelernt: warten, mich in Geduld üben... nicht genervt sein, wenn der Mensch, vor dessen Büro zwanzig Menschen seit einer Stunde warten, immer noch nicht da ist obwohl seine Sprachstunde schon längst angefangen hat... das ist eben Spanien... und ich habe ja jetzt die Unterschrift, die ich haben wollte und wenn ich dafür halt mal meinen Unterricht ausfallen lassen musste, dann ist das eben so...

Was gibt es noch zu berichten?
Unsere Wohnung ist endlich voll! Wir leben jetzt also nicht mehr gemütlich zu dritt, sondern zu fünft in dieser Wohnung... Es wird also manchmal ein bisschen eng in der Küche und im Wohnzimmer und auch ein kleiner Badezimmerplan ist nötig... aber es ist auch sehr viel lustiger und wir reden mehr spanisch... und manchmal lerne ich auch ein paar Wörter italienisch oder portugisisch, die meine Mitbewohnerinnen (medizinstudierende Italienerin und jurastudierende Brasilianerin) ohne es zu sagen einfach so einfließen lassen... Tanja und ich sind dazu übergegangen, dieWörter nochmal nachzugucken, die wir von den beiden lernen und es ist schon das eine oder andere Mal vorgekommen, dass sie nicht spanisch waren ;)

Jetzt geh ich zum Sprachkurs & noch mal in die Uni... Terapia Familiar y de Pareja...

Ich schicke euch ganz liebe Grüße und ein paar vorsichtige Sonnenstrahlen aus Salamanca

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