2011/09/14

Ars Poetica

¿Cómo escribir ahora poesía,
por qué no callarnos definitivamente
y dedicarnos a cosas mucho más útiles?
¿Para qué aumentar las dudas,
revivir antiguos conflictos,
imprevistas ternuras;
ese poco de ruido
que lo sobrepasa y anula?
¿Se aclara algo con semejante ovillo?
Nadie la necesita.
Residuo de viejas glorias,
¿a quién acompaña, qué heridas cura?
 

JUAN GUSTAVO COBO-BORDA  

 

Wie jetzt noch ein Gedicht schreiben,
warum nicht endgültig schweigen
und uns viel nützlicheren Dingen widmen?
Warum die Zweifel vergrößern,
alte Konflikte, unverhoffte Zärtlichkeiten
neu durchleben;
dieses Quentchen Lärm
einer Welt hinzufügen
die mehr ist, die es doch nur zunichte macht?
Wird irgendwas klarer durch solch ein Knäuel?
Niemand braucht es,
Relikt vergangener Herrlichkeiten,
wem hilft es, welche Wunden heilt es?


2011/04/22

Schritt für Schritt

Beppo Straßenkehrer:

"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
"Das ist wichtig."


MICHAEL ENDE, MOMO

2011/03/18

einmal lächeln, bitte...

"Warum lächelst du nie, Momo?" fragte mich Monsieur Ibrahim.
Diese Frage traf mich wie ein Faustschlag ins Gesicht, ein Tiefschlag, auf den ich nicht vorbereitet war.
"Lächeln ist nur was für reiche Leute, Monsieur Ibrahim. Das kann ich mir nicht leisten."
Sicher um mich zu ärgern, fing er an zu lächeln.
"Meinst du vielleicht, ich bin reich?"
"Sie haben doch immer Scheine in der Kasse. Ich kenne keinen, der den ganzen Tag so viele Scheine sieht."
"Aber die Scheine brauche ich um die Ware zu bezahlen und die Miete. Am Monatsende, weißt du, bleiben nicht allzu viele davon übrig."
Und er lächelte noch mehr, als wollte er mich ärgern.
"M'sieur Ibrahim, wenn ich sage, dass Lächeln nur was für reiche Leute ist, dann will ich damit sagen, dass es nur was für glückliche Leute ist."
"Na, das irrst du dich aber. Es ist das Lächeln, das glücklich macht."

ERIC-EMMANUEL SCHMITT, MONSIEUR IBRAHIM UND DIE BLUMEN DES KORAN

2011/03/11

sei kind...

Wie kann ein Erwachsener seine Jugend so vollkommen vergessen, dass er eines Tages gar nicht mehr weiß, wie traurig und unglücklich Kinder bisweilen sein können. Es ist nämlich gleichgültig, ob man wegen einer zerbrochenen Puppe weint oder weil man - später einmal - einen Freund verliert.
ERICH KÄSTNER

Wahrlich, ich sage euch: 
Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
MATTHÄUS 18,3

2011/03/08

individuell

Suche
Zeiten der Stille,
gönne dir Ruhe.
Mache dir deine eigenen Gedanken.
Geh deinen eigenen Weg.
Mach dich frei
von den Modemeinungen
von dem,
was man heutzutage alles gerne hätte.

PHIL BOSMANS

zerbrechlich

Ich lese gerade ein wundervolles Buch. 
Traurig. 
Schön 
Nachdenklich machend.  

Zerbrechlich sind nicht nur die Knochen von der kleinen Willow, die an osteogenesis imperfecta leidet, sondern auch die Herzen der Menschen, Familien...
Leben können zerbrechen.


Wenn es um Erinnerungen geht, dann sind die guten und die schlechten niemals im Gleichgewicht. Ich weiß nicht so recht, warum ich angefangen habe, dein Leben an den Augenblicken zu messen, in denen es am schwierigsten war - an den Operationen, Knochenbrüchen, Notfällen - anstatt an den Zeiten dazwischen. Anscheindend bin ich eine Pessimistin, vielleicht aber auch eine Realistin. Oder ich bin einfach nur eine Mutter.

JODI PICOULT, ZERBRECHLICH

2011/03/07

drüber nachgedacht

In dieser Welt der Fülle
Ist wenig Platz für alte Dinge:
Veracht', zerbrich sie, wirf sie weg!
Und wenn wir genug geliebt, gebraucht,
Bevor die Tage rau geworden,
Ich glaub, es ist uns gut ergangen.

ELIZABETH BARRETT BROWNING, MEIN HERZ UND ICH

2011/02/10

Gottes Herrlichkeit ist in dir

Unsere größte Angst ist nicht unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst besteht darin grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht , nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.
Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst.
Dich klein zu machen, nur damit sich andere um dich nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Es ist nicht nur in Einigen von uns, es ist in jedem Einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit unbewusst anderen Erlaubnis es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die Anderen.

NELSON MANDELA

2011/02/09

art & faith

Art like Faith involves 
believing the unbelievable 
seeing the unseen
making visible the invisible,
exploring uncharted personal territory

dying to self
boundless generosity
knowledge of Gods strength and our weekness
daily perseverence
the expected and the unexpected
the possible and the impossible.

F. WALLDORF

2011/02/08

über die großen und kleinen Sorgen unseres Lebens...

Hat nicht jeder von uns schon mal gedacht, wie schrecklich es ist, dass man ständig irgendwelche Sorgen hat, gedanklich immer mit irgendwelchen größeren oder kleineren Problemen beschäftigt ist und dass das scheinbar nie aufhört... Warum nur?

Das sagt der kleine Hector dazu:

"Sorgen sind gut dafür, dass man mit ihnen lernen kann, sich das ganze Leben lang richtig Sorgen zu machen."

FRANCOIS LELORD, HECTOR & HECTOR UND DIE GEHEIMNISSE DES LEBENS

2011/02/07

Was sagt dein Bauch?

"Sie fühlten sich beide äußerst unwohl, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Falsch.
Sie fühlten sich beide äußerst unwohl, und zwar aus demselben Grund: ihrem Bauch."

ANNA GAVALDA, ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN

wenn Menschen sich öffnen....

Ist es nicht toll mit Menschen zusammensitzen und zu reden? Über Gott, die Welt und sich selbst... ist es nicht spannend die Geschichte eines anderen zu hören und ihn oder sie dabei besser kennenzulernen.....

" "Warum lässt du mich soviel schwätzen? Warum interessiert dich das alles?"
"Ich mag es gern, wenn Menschen sich öffnen."
"Warum?"
"Ich weiß nicht. Das ist doch fast wie ein Selbstporträt, oder? Ein Selbstporträt in Worten." "


ANNA GAVALDA, ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN

2011/02/02

be happy :)

"Freunde und Vertrautes machen glücklich, nicht der Traum vom Glück."
(Grey's Anatomy)

2011/02/01

Jetzt müsste die Zeit stehen bleiben

"Frieda nickte. "Wisst ihr, was ich mir manchmal vorstelle? Dass man eine so schöne Zeit einfach in ein Marmeladenglas stecken könnte. Und wenn man unglücklich ist, dreht man einfach den Deckel auf und schnuppert ein bisschen dran."
"Ja", murmelte Sprotte. "Ein ganzes Regal müsste man davon voll haben. Ein Glas Klassenreise, ein Glas Weihnachten, ein Glas Sonne, ein Glas Schnee..."
"Ein Glas..." "


CORNELIA FUNKE, DIE WILDEN HÜHNER AUF KLASSENFAHRT

2011/01/31

awesome

"Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns schenkt! Denn wir dürfen uns nicht nur seine Kinder nennen, sondern wir sind es wirklich. Als seine Kinder sind wir Fremde für diese Welt, weil Gott für sie ein Fremder ist."

1. JOHANNES 3, 1

Wer weiß schon alles.....

"... Ich habe mit einem neuen Job angefangen. Ich war erwachsen. Nur, ich fühlte mich nicht, wie eine Erwachsene, ich meine, ich wusste ja das meiste - nicht alles, aber zum Beispiel wusste ich: Sollte mir jemand ein Pferd als Geschenk anbieten, würde ich ihm auf keinen Fall als Erstes ins Maul schauen. Wahrscheinlich würde ich eher die Arme in die Luft werfen und rufen: "Was soll ich denn zum Teufel damit anfangen?" "

ALYSSA BRUGMANN, ICH WEISS ALLES