2011/03/18

einmal lächeln, bitte...

"Warum lächelst du nie, Momo?" fragte mich Monsieur Ibrahim.
Diese Frage traf mich wie ein Faustschlag ins Gesicht, ein Tiefschlag, auf den ich nicht vorbereitet war.
"Lächeln ist nur was für reiche Leute, Monsieur Ibrahim. Das kann ich mir nicht leisten."
Sicher um mich zu ärgern, fing er an zu lächeln.
"Meinst du vielleicht, ich bin reich?"
"Sie haben doch immer Scheine in der Kasse. Ich kenne keinen, der den ganzen Tag so viele Scheine sieht."
"Aber die Scheine brauche ich um die Ware zu bezahlen und die Miete. Am Monatsende, weißt du, bleiben nicht allzu viele davon übrig."
Und er lächelte noch mehr, als wollte er mich ärgern.
"M'sieur Ibrahim, wenn ich sage, dass Lächeln nur was für reiche Leute ist, dann will ich damit sagen, dass es nur was für glückliche Leute ist."
"Na, das irrst du dich aber. Es ist das Lächeln, das glücklich macht."

ERIC-EMMANUEL SCHMITT, MONSIEUR IBRAHIM UND DIE BLUMEN DES KORAN

2011/03/11

sei kind...

Wie kann ein Erwachsener seine Jugend so vollkommen vergessen, dass er eines Tages gar nicht mehr weiß, wie traurig und unglücklich Kinder bisweilen sein können. Es ist nämlich gleichgültig, ob man wegen einer zerbrochenen Puppe weint oder weil man - später einmal - einen Freund verliert.
ERICH KÄSTNER

Wahrlich, ich sage euch: 
Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
MATTHÄUS 18,3

2011/03/08

individuell

Suche
Zeiten der Stille,
gönne dir Ruhe.
Mache dir deine eigenen Gedanken.
Geh deinen eigenen Weg.
Mach dich frei
von den Modemeinungen
von dem,
was man heutzutage alles gerne hätte.

PHIL BOSMANS

zerbrechlich

Ich lese gerade ein wundervolles Buch. 
Traurig. 
Schön 
Nachdenklich machend.  

Zerbrechlich sind nicht nur die Knochen von der kleinen Willow, die an osteogenesis imperfecta leidet, sondern auch die Herzen der Menschen, Familien...
Leben können zerbrechen.


Wenn es um Erinnerungen geht, dann sind die guten und die schlechten niemals im Gleichgewicht. Ich weiß nicht so recht, warum ich angefangen habe, dein Leben an den Augenblicken zu messen, in denen es am schwierigsten war - an den Operationen, Knochenbrüchen, Notfällen - anstatt an den Zeiten dazwischen. Anscheindend bin ich eine Pessimistin, vielleicht aber auch eine Realistin. Oder ich bin einfach nur eine Mutter.

JODI PICOULT, ZERBRECHLICH

2011/03/07

drüber nachgedacht

In dieser Welt der Fülle
Ist wenig Platz für alte Dinge:
Veracht', zerbrich sie, wirf sie weg!
Und wenn wir genug geliebt, gebraucht,
Bevor die Tage rau geworden,
Ich glaub, es ist uns gut ergangen.

ELIZABETH BARRETT BROWNING, MEIN HERZ UND ICH