Am Montag war der erste Tag an der Uni in Salamanca und ich hatte direkt volles Programm: Fünf Veranstaltungen hintereinander und alles auf Spanisch...
Es wäre eine Lüge zu sagen, dass ich alles verstanden hätte, aber es war auch nicht so schlimm wie befürchtet! Einige Dozenten sprechen sehr deutlich und gut verständlich und in fast allen Fächern gibt es entgegen meiner Befürchtung PowerPoint-Präsentationen, an denen ich mich immer sehr gut orientieren kann!
Was hier sehr auffällig und anders ist als in Deutschland, ist das Gefühl wieder in der Schule zu sein. Jeder Jahrgang ist in zwei Gruppen (Klassen) aufgeteilt, für die es unterschiedliche Stundenpläne und einen festen Klassenraum gibt. Jede Veranstaltung dauert nur 45 Minuten und alles wird viel ausführlicher und detaillierter erklärt als in Deutschland... ein Segen für mich :)
Die Dozenten erwarten außerdem, dass man mitarbeitet... Es passiert also öfter mal, dass jemand einfach so drangenommen wird und ohne, dass er sich gemeldet hat, eine Frage beantworten soll... was ein Glück, dass ich bislang verschont wurde!! Wenn es dann mal soweit kommt, hab ich hoffentlich gerade verstanden, worum es geht :D
Was ist sonst noch anders?
Alle sind super-freundlich... wenn ich was nicht verstehe und meine Sitznachbarn frage, erklären sie es so lange bis ich es verstehe und viele sind sehr interessiert und beziehen mich ein - auch wenn ich dann, wenn ich mich mit mehr als einer Person auf Spanisch unterhalte in der Regel restlos überfordert bin ;)
Und alle wollen mir ihre Aufzeichnungen geben!!
Was ich nicht so mag ist, dass ständig die Pläne umorganisiert werden. Wenn ein Dozent einmal nicht kann, fällt die Stunde nicht einfach aus und man hat eine Freistunde, sondern der ganze Stundenplan wird so umorganisiert, dass man eine Stunde früher gehen kann.... für die Spanier ist das sicher sehr schön, für uns ERASMUS-Leute ist es nervig, weil wir nicht nur Kurse aus einem Semester belegen...
Naja, und woran ich mich wohl in den nächsten Wochen am meisten werde gewöhnen müssen, ist die spanische "Pünktlichkeit".
Heute habe ich zwei Stunden vor dem Büro des Koordinators für ausländische Studierende gesessen. Obwohl seine Sprechstunde um 11 beginnt, kam er erst um 12 und dann saßen natürlich schon ca. 30 Leute da und haben gewartet.
Und dann hat er mit uns Englisch geredet, weil einige ERASMUS-Studierende, die wie ich einfach eine Unterschrift wollten, gar kein Spanisch können... so ein Englisch hab ich vorher noch nie gehört... eindeutig zum Fremd-Schämen!
In der WG fühle ich mich auch jeden Tag ein bisschen wohler. Mit der deutschen Mitbewohnerin verstehe ich mich sehr gut und wir kochen häufig zusammen, der Spanier ist auch sehr nett, aber ich verstehe in sehr, sehr schlecht. Er redet ziemlich schnell und deshalb kommen wir - auch wenn er sehr geduldig ist - nie so richtig ins Gespräch... aber da muss ich mir wahrscheinlich einfach ein bisschen Zeit geben...
Tanja und ich sind schon ganz gespannt, wie es hier so wird, wenn wir zu fünft sind und hoffen dann auch noch mehr Gelegenheiten zum Spanisch-Üben zu bekommen!
Für das kommende Wochenende habe ich mir fest vorgenommen, ein bisschen Salamanca zu erkunden und dann werde ich auch ein paar Fotos machen und dann könnt ihr ganz schön neidisch sein, weil Salamanca so eine schnuckelige Stadt ist und weil hier noch Sommer ist :)
Außerdem hab ich mir vorgenommen immer mal ein Paar spanische Kuriositäten auf Foto festzuhalten und hier hochzuladen...
Nummer 1: Der Toaster
| el tostador de pan |
Man steckt einfach den Stecker in die Steckdose, klemmt hinten und vorne ein oder zwei Brote an die Brennstäbe und wartet kurz... wenn man lang wartet oder das Brot vielleicht sogar vergisst, fängt es garantiert an zu stinken!!
Das wars für heute,
Svenja
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